Im Akt der Kirchendeputation Straubing, einer Unterabteilung der Regierung von Niederbayern in Straubing, geht es munter zur Sache in einem Schriftwechsel zum Betreff: "

Acta
Dem kathollischen Maller zu Regenspurg Joseph Dötter et Cons. wegen Fassung der zwey seithen altär beim Filial Gottshaus Orth betr.
Ventiliert ao 1782
Praes. 63
Kastenvogtghrt Kelheim"
Die amtlichen Schreiben und jeweiligen Antworten gehen hin und her zwischen der- der Regierung
- dem Eilsbrunner Pfarrer Johann Benedikt Hopp, der noch zu seinen Lebzeiten diese Arbeiten abgeschlossen sehen möchte.- dem Regensburger Maler Dötter (auch Detter, Thäter, Täther geschrieben)- dem Regensburger Maler Johann Georg Kohlmüller, dem das Vorpreschen seines Kollegen gar nicht passte- dem fürstlich Thurn- und Taxischen Hof-Bildhauer Simon Sorg und - dem Kastenvogtgericht in Kelheim, als dem Grundherren der Mariaorter Kirche.
Der ganze Akt - beginnend im Sommer 1782 - muss eine Vorgeschichte gehabt haben, denn der Regensburger Maler Joseph Dötter nimmt in seinem ersten - im Akt vorhandenen - Schreiben an die Regierung bereits Bezug auf vorherige Vorgänge. Für heutige Verhältnisse sehr direkt, gibt er das fortgeschrittene Alter des Eilsbrunner Pfarrer Hopp als Grund an, die Vergabe der Fassung der beiden Seitenaltäre zügig zu bewilligen. Er schreibt vom "alterlebten Pfarrer zu Eilsbrunn". Als ein weiteres Argument für die Vergabe fügt er an, dass in der Kirche noch das Baugerüst für die Erstellung der beiden Altäre stünde, was helfen würde, Kosten zu .sparen und sichert grundsätzlich die fachgerechte Ausführung der Fassarbeit, der Marmorierung und der Vergoldung zu. 
Abschrift des Schreibens des Malers Joseph Dötter
"Untherstgebenster Joseph Döter katholischer Mahler in Regenspurg"
Von der Regierung zur Stellungnahme aufgefordert, erläutert das Kelheimer Kastenvogtgericht - nach Rücksprache mit dem Eilsbrunner Pfarrer Hopp - seine Sicht der Dinge.Die Rücksprache war dem Kastenamtsverweser L.V. Limbrunn deswegen so wichtig, dass er sich nicht "abermals des katolischen Mallers Dotters Vorwürfen von Partheylich- und Gehässigkeit, wie es ao 1778 geschehen ist, aussetzen" wollte. Der Vorgang den er hier meint, hängt wohl mit der nicht mehr vorhandenen aber im Akt mehrmals belegten Vergabe der Fassarbeiten an der Mariaorter Kanzel zusammen, die - ebenfalls vom Bildhauer Sorg angefertigt - dem Maler Detter überlassen worden war, offensichtlich aber nicht "stressfrei" für die Beteiligten.Eben wegen dieser Vorgeschichte wolle er, Verweser, eine "vollkommene Confirmirung", also eine Bestätigung vom Pfarrer Hopp einholen, und bekannte zusätzlich, dass er sich "vor einer Faßarbeitverständigen eben sowenig, wie der Pfarrer zu Eulsprunn ausgebe". Der Maler Dötter jedoch, der 1778 die Mariaorther Kanzel gefasst hatte sei vom Bildhauer Sorg selber und vom Pfarrer Hopp als "Künstler" "betitelt" worden. Somit also, wenn Dötters Arbeit an der Kanzel Lob verdient hätte, er dann wohl auch die beiden Seitenaltäre machen könne.Auch Pfarrer Hopps Antwort ist dem Akt beigelegt und auch dieser betont ausdrücklich, dass er, "so viel ich verstehe", Dötters Arbeit an der Kanzel als "wohl und guth" befunden habe. Gibt jedoch zu bedenken, dass er eine schnelle Fassung - im Gegenteil zu Dötters Argumentation mit dem fortgeschrittenen Alter des Eilsbrunner Pfarrers - nicht für ratsam halte, weil das Holz der Seitenaltäre vermutlich noch nicht ausreichend ausgetrocknet sei. Weiters halte er es für ratsam, dass der Maler vorher sich beim Bildhauer erkundigen solle, was an dem Altar "in Gold, und was in Farbe und Marmor" solle gefasst werden.
Nun aber kommt ein Widerspruch von ganz anderer Seite. Ein anderer Regensburger Maler, Johann Georg Kohlmüller, beschwert sich bei der Regierung und verweist auf seine eigene Reputation, die er sich durch viele Arbeiten - er benennt ausdrücklich das Reichsstift St. Emmeram - und bei vielen, sehr vielen Auftraggebern in der Regensburger Region erworben habe. Er könne darüber, wenn gewünscht wird, jederzeit schriftliche Zeugnisse von seinen früheren Auftraggebern einholen und vorlegen. Er spricht weiter davon, dass er binnen weniger Jahre bereits mehr als 20 Altäre gefasst habe, und er sich damit einen " besseren Ruhm als Detter" erworben hätte.
Nun dreht sich der komplette Schriftverkehr wieder um eine Runde weiter, Kelheim, der Eilsbrunner Pfarrer Hopp und nun auch noch der "Thurn und Taxische Hofbildhauer Simon Sorg", werden darüber befragt, was von der bereits abgelieferten Arbeit Detters an der Kanzel für zukünftige Arbeiten abzuleiten wäre.
Pfarrer Hopp zieht sich erneut mit seiner zugegebenen Unkenntnis in Kunstdingen aus der Affäre, meint aber, wenn Kohlmüller an Detters Arbeit etwas auszusetzen habe, solle er dies mit Sachverständigen belegen. 
Originalunterschrift des Eilsbrunner Pfarrers Hopp
Weil der Pfarrer Hopp in seiner Antwort erneut die Frage aufgeworfen hatte, ob der hölzerne Altar überhaupt schon weit genug ausgetrocknet sei, um mit der Fassung beginnen zu können, wird nun tatsächlich auch der Bildhauer Sorg dazu gefragt und dieser stellt sich eindeutig auf die Seite Kohlmüllers, mit dem er offensichtlich bereits viele andere Projekte zu seiner vollsten Zufriedenheit durchgeführt hatte.
Die Unterschrift des Bildhauers Sorg: "Underthenigster Simon Sorg hochfü+rstlich Durn und Daxischer Hofbilt(hauer)"
Nun muss sich der Bildhauer Simin Sorg zu dem Auswahlverfahren äußern und stellt nüchtern fest, dass der junge Maler Dötter von der Nachbildung eines Marmors keinerlei Ahnung habe, er habe "gar keinen Geschmach, weillen er nit weiß, was die Natur [des Marmorsteins] an sich hätte" und auch "keine Aus- und Eintheilung anzubringen wissenschaft habe, welches bei dergleichen Arbeith die nöchste Notwendigkleit seye".
Wenn ein "Altar --- welches das Hauptwesen an Zirde des Marmors nit guet angebracht werde, schaden leidet, ist all ybrige Auszierung vedrgebens. Weiß und Gold kann ein yeder machen. Der Detter ist vill zu Jung und halte mit ihm mich nit auf."Die Schreinerarbeiten am Altar wären zwar noch nicht durchgetrocknet wegen der grundsätzlichen Feuchte im Bauwerk der Kirche, jedoch könnten die Bildhauerarbeiten herab genommen werden und im Winter hindurch gefasst werden..... "
"Regensburg den 8ten October 1782
S. Sorg Hofbildhauer"
Nun fordert die Regierung in Straubing das Kelheimer Kastenvogtgericht auf, von den beiden Malern Kostenvoranschläge einzuholen, diese vom Eilsbrunner Pfarrer Hopp gegenzeichnen zu lassen und dann in Straubing vorzulegen, was dann auch geschieht.
Beide Maler reichen ein detailliertes Angebot ein, in deren Leistungsbeschreibung man sehr gut die beiden heutigen Seitenaltäre im gegenwärtigen Zustand wiedererkennen kann.
Im Bewerbungsschreiben Detters ist die Rede davon, dass dieser bereits die Kanzel gefasst habe und die Marmorierung dieses Bauwerks ist auch die, die Simon Sorg kritisiert. Auf dem Bild oben ist am linken Bildrand die Kanzel zu erkennen und auch die schlichte Fassung des "künstlichen" Marmorrahmens; die fällt vor allem im Unterschied zu den beiden glänzenden Marmorsäulen des Seitenaltars auf, die ganz anders ausgeführt sind.Hier nun die Beschreibung der Leistungen für die beiden Maler:
..."Die zwei Figuren oder Statuen, welche in der Mitte des Altars stehen, werden beide in ihren Kleidungen genaz vergoldet mit Ducaten Gold das Fleisch in Natura ausgefaßt. Welche Bildnisse vorstellend den Heil Joseph und Heil. Sebastian. Die Glodie auf denen Aufsätzen, so das Hertz Jesu und Maria vorstellen, werden auch samt denen Stralen gut vergoldet, die dazu gehörige Engelsköpfen, ihre Flügel und Kleyder der Engel ebenfalls gut vergoldet und das nakende Fleisch alabaster gefaßt.
Die 2 Engel so auf dem Hauptgesims stehen ihre zugehörflügel und Kleidung gleichfallsm gut vergoldet, so daß sie denen herunten beym Tabernacul stehenden in allem gleich werden.Die auf den Fußgesims stehenden May=Krüge samt denen Capidellen der Säulen und Sesenen nebst dem Schaff Gesimße werden wieder vergoldet. Die übrigen Zierrathen so sich an denen Altär befinden werden auf gleiche Weise mit gutem Dukaten Gold vergoldet."
430 Gulden verlangt Detter für diese Arbeit und bringt noch an, dass sich kau ein anderer "ehtliebender Mann" finden lassen würde, der diese Arbeit mit unter 500 Gulden anbieten würde.
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| Acta Dem kathollischen Maller zu Regenspurg Joseph Dötter et Cons. wegen Fassung der zwey seithen altär beim Filial Gottshaus Orth betr. Ventiliert ao 1782 Praes. 63 Kastenvogtghrt Kelheim" |
- dem Eilsbrunner Pfarrer Johann Benedikt Hopp, der noch zu seinen Lebzeiten diese Arbeiten abgeschlossen sehen möchte.
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| Abschrift des Schreibens des Malers Joseph Dötter "Untherstgebenster Joseph Döter katholischer Mahler in Regenspurg" |
Nun aber kommt ein Widerspruch von ganz anderer Seite. Ein anderer Regensburger Maler, Johann Georg Kohlmüller, beschwert sich bei der Regierung und verweist auf seine eigene Reputation, die er sich durch viele Arbeiten - er benennt ausdrücklich das Reichsstift St. Emmeram - und bei vielen, sehr vielen Auftraggebern in der Regensburger Region erworben habe. Er könne darüber, wenn gewünscht wird, jederzeit schriftliche Zeugnisse von seinen früheren Auftraggebern einholen und vorlegen. Er spricht weiter davon, dass er binnen weniger Jahre bereits mehr als 20 Altäre gefasst habe, und er sich damit einen " besseren Ruhm als Detter" erworben hätte.
Nun dreht sich der komplette Schriftverkehr wieder um eine Runde weiter, Kelheim, der Eilsbrunner Pfarrer Hopp und nun auch noch der "Thurn und Taxische Hofbildhauer Simon Sorg", werden darüber befragt, was von der bereits abgelieferten Arbeit Detters an der Kanzel für zukünftige Arbeiten abzuleiten wäre.
Pfarrer Hopp zieht sich erneut mit seiner zugegebenen Unkenntnis in Kunstdingen aus der Affäre, meint aber, wenn Kohlmüller an Detters Arbeit etwas auszusetzen habe, solle er dies mit Sachverständigen belegen.
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| Originalunterschrift des Eilsbrunner Pfarrers Hopp |
Weil der Pfarrer Hopp in seiner Antwort erneut die Frage aufgeworfen hatte, ob der hölzerne Altar überhaupt schon weit genug ausgetrocknet sei, um mit der Fassung beginnen zu können, wird nun tatsächlich auch der Bildhauer Sorg dazu gefragt und dieser stellt sich eindeutig auf die Seite Kohlmüllers, mit dem er offensichtlich bereits viele andere Projekte zu seiner vollsten Zufriedenheit durchgeführt hatte.
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| Die Unterschrift des Bildhauers Sorg: "Underthenigster Simon Sorg hochfü+rstlich Durn und Daxischer Hofbilt(hauer)" |
Nun muss sich der Bildhauer Simin Sorg zu dem Auswahlverfahren äußern und stellt nüchtern fest, dass der junge Maler Dötter von der Nachbildung eines Marmors keinerlei Ahnung habe, er habe "gar keinen Geschmach, weillen er nit weiß, was die Natur [des Marmorsteins] an sich hätte" und auch "keine Aus- und Eintheilung anzubringen wissenschaft habe, welches bei dergleichen Arbeith die nöchste Notwendigkleit seye".
Wenn ein "Altar --- welches das Hauptwesen an Zirde des Marmors nit guet angebracht werde, schaden leidet, ist all ybrige Auszierung vedrgebens. Weiß und Gold kann ein yeder machen. Der Detter ist vill zu Jung und halte mit ihm mich nit auf."
"Regensburg den 8ten October 1782
S. Sorg Hofbildhauer"
Nun fordert die Regierung in Straubing das Kelheimer Kastenvogtgericht auf, von den beiden Malern Kostenvoranschläge einzuholen, diese vom Eilsbrunner Pfarrer Hopp gegenzeichnen zu lassen und dann in Straubing vorzulegen, was dann auch geschieht.
Beide Maler reichen ein detailliertes Angebot ein, in deren Leistungsbeschreibung man sehr gut die beiden heutigen Seitenaltäre im gegenwärtigen Zustand wiedererkennen kann.
Die 2 Engel so auf dem Hauptgesims stehen ihre zugehörflügel und Kleidung gleichfallsm gut vergoldet, so daß sie denen herunten beym Tabernacul stehenden in allem gleich werden.
430 Gulden verlangt Detter für diese Arbeit und bringt noch an, dass sich kau ein anderer "ehtliebender Mann" finden lassen würde, der diese Arbeit mit unter 500 Gulden anbieten würde.
| Foto Pongratz linker Seitenaltar |
Beide Regensburger Maler unterschrieben und siegelten ihre Kostenvoranschläge und beide ANgebote wurden auch, nachdem Pfarrer Hopp diese ebenfalls mit seiner Unterschrift bekräftigte, an die Regierung in Straubing geschickt und dort um eine Entscheidung gebeten.
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| "Bereitsilligster Diener Joseph Dötter Mahler und Vergolder" |
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| Joann Georg Kollmüller Mahler |
Die Antwort der Regierung in Straubing fiel jedoch ganz anders aus, als durch die vorherigen Schreiben zu erwarten gewesen wäre.
Carl Theodor von Gottes Gnaden Pfalzgraf bey Rhein, herzog in Ober=und Nieder Bajern, des heil Röm: Reichs Erztruchseß und churfürst zu Gülch, Cleve und Berg Herzog etc. etc. Unsern Gruße zuvor Wohlgeborener, lieber Getreuer.....
Schrieb die Regierung höflich an den Kastenamtsverwesen in Kelheim um dann festzuhalten, " daß wir über die allzukostbare Fassung zweyer Seitenaltäre beym Filialgotteshause Mariaort Kastenvogstgchts Kellheim unsere gnädigste Ratification keineswegs zu ertheilen gedenken".
Die Kostenvoranschläge wurden also als zu teuer abgelehnt und dem Kastenvogtgericht kurz und knapp mitgeteilt: "Ihr wisset also hierüber das weitere zu verfügen". Punkt und Ende des Verfahrens, weil Straubing auch gleich alle Akten mit der Ablehnung wieder zurückgeschickt hatte.
Da die beiden Altäre jedoch genauso gefasst wurden, wie in den Angeboten dargestellt, ist es anscheinend danach zu einer Einigung gekommen, die sich jedoch in den Akten nicht wiederfinden lässt.
Nachdem sich die Vergabe der Fassarbeiten nach einem Einspruch kompliz




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